Pressestimme zum Stück Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde

Quelle: Sonntagsblatt von Ines Plume vom 1999-11-21
Ein buntes Völkchen30 Jahre Laienspielgruppe der DompfarreiWÜRZBURG. Egal ob Bautechniker, Angestellter, Lehrer oder Hausfrau - es ist ein bunt gemischtes Völkchen, das sich abends zur Probe im Kolpinghaus einfindet. Allen gemeinsam: Die Lust am Theater. Franz-Josef Götz, Leiter der Schauspieltruppe, hält für besonders wichtig, dass es sich bei der Laienspielgruppe der Dompfarrei um "eine Gemeinschaft von Leuten" handelt, "die Theater machen wollen", nicht aber um professionelle Schauspieler.Zum 30. Geburtstag hat sich die Laienspielgruppe der Dompfarrei entschieden, einmal ein Stück ganz anderer Art aufzufahren. "Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde im Gegensatz zu den Klamaukstücken von früher eine eher anspruchvolle Komödie." erzählt Götz. "Der Zuschauer muss mitdenken, da der Wortwitz das Eigentliche des Stückes ausmacht." Mitte September beginne man alljährlich mit der Vorbereitung des Stückes. "Wir sind wohl die einzige Laienspielgruppe, die das in nur so kurzer seit schafft", meint Christiane Kerner, die die Frau des Taxifahrers verkörpert, der den Papst in New York kidnappt. Schauspieler im Alter von 19 bis 56 Jahren wirken in der diesjährigen Produktion unter der Regie von Rolf Düchting mit. Schon immer habe, man auf die Unterstützung des jeweiligen Wirtes im Kolpinghaus zählen können und kostenfrei proben dürfen. Die benötigten Kostüme stelle man aus dem privaten Fundus der Schauspieler zusammen. erklärt Götz. An die Anfänge, der Laienspielgruppe kann sich Wolfgang Endres noch genau erinnern: Die Jugendlichen der Dompfarrei seien in der Faschingszeit von Pfarrer Heribert Brander aufgefordert worden gruppenweise "etwas auf die Beine zu stellen". Endres war dabei, als die Domjugend vor 30 Jahren das Stück "Hakim der Bucklige" im Altenheim des Juliusspitals aufführte. Als er erzählt, dass er damals den jugendlichen Liebhaber gespielt habe, findet das der Rest der Gruppe recht lustig, zumal er jetzt "zum Papst aufgestiegen" ist. Die Rolle des Papstes ist dem 55 jährigen geradezu auf den Leib geschnitten und mit viel Humor mimt er Papst Albert IV.Zunächst sei man lediglich zu verschiedenen Gelegenheiten aufgetreten, doch schließlich habe sich die Laienspielgruppe fest in der Dompfarrei etabliert. Mit dem "Wunder des heiligen Florian" sei man als Laienspielgruppe der Dompfarrei erstmals aufgetreten. Man habe Spaß am Gemeinsamen Theaterspiel gefunden und die Zahl der Vorstellungen von nur einer pro Spielzeit auf heute acht Vorstellungen gesteigert. Nach wie vor verlange man keinen Eintritt. Aber Endres und seine Schauspielkollegen wissen, dass sie noch viel zu tun haben, bevor sich der Vorhang, zur Premiere heben kann. Bei der Textprobe klappt der Ablauf des Stückes noch nicht ganz reibungslos. Der eine verpasst seinen Einsatz, ein anderer vergisst einzelne Sequenzen des Textes. Es heißt also proben, proben, proben bis schließlich der Premierenapplaus für alle Mühen entschädigt. Die nächsten Vorstellungen finden statt am Sonntag, 21. November, 15.30 Uhr und Dienstag, 23. November, 19.30 Uhr.