Pressestimme zum Stück Die verflixte Haarnadel

Quelle: vom 1980-00-00
Quelle: Volksblatt 1980Eine Lektion in "Busseln"Wie aus Spaß Ernst wird und zu was Eifersucht in einer über 40jährigen Ehe führen kann - mit den tollsten Verwicklungen und Zufällen, versteht sich - zeigte die Laienspielgruppe der Dornpfarrei am Premierenabend im großen Saal des Kolpinghauses mit dem ländlichen Lustspiel in drei Akten von Maximilian Vitus "Die verflixte Haarnadel".Auch heuer wieder fanden diese Laienspieler unter der Leitung von Peter Buschkühl den "Stoff', der sowohl in der Rollenbesetzung, als auch dem Inhalt nach, für die Akteure "machbar" war und nebenbei den Zuschauern die willkommene Zwerchfellmassage vermittelte. Das Stück, oberbayerisch ausgerichtet, erhielt einen besonderen Reiz dadurch, dass die "Schauspieler" redeten, wie ihnen "der Schnabel gewachsen" ist; das Konglomerat von Ober- und Niederbayerisch, Fränkisch-Würzburgerisch, angereichert mit etwas Schriftdeutsch, machte das Stück in seiner Komik liebenswerter. Die über 10jährige "Bühnenerfahrung" war bei diesem Spiel nicht zu übersehen; man wagte sogar eine keusche Entkleidungsszene, zum Gaudium des Publikums, das sich gerne von der Regie (Rolf Düchting) begeistern ließ.Die Hauptrollen: Einen Austragsbauern spielte Peter Buschkühl, der für Derartiges geradezu prädestiniert ist. Maria Düchting, die zum erstenmal in die Rolle einer überreifen Frau' qeschlüpft ist, verkörpert des Austragsbauern Weib; beide agierten großartig. Ihr Enkel Fabian, von Dieter Hartel dargestellt, hatte weqen seiner gut gespielten Tolpatschigkeit gleich die Lacher auf seiner Seite, während sein G'spusi, die Magd Gundl (Sonja Klühspies), wahre Lachsalven verursachte, als sie mit gespitzter Zunge und falschem Zungenschlag ihren Tod aus Liebeskummer ankündigte und dabei postwendend dem Austragsbauern eine Lektion in "Bbusseln" erteilte. Praktikant, Karl Binder (Herbert Fella) und dessen Braut List (Barbara Dell) spielten überzeugend ein Liebespaar, das - verursacht durch ein schweres Gewitter dem Stück den Titel gab. Der Dorfadvokat Anderl (Wolfgang Endres) schien direkt vom königlich-bayerischen Amtsgericht entliehen werden zu sein. Aus Köln kam Rolf Düchting als Recbtsanwalt Dr. Schneider, der als imaginärer Scharfrichter des Austragsbauern Schluck- und Atembeschwerden bereitete.Ein herzerfrischender Klamauk, der mir aus "Spaß an der Freud" gelingen konnte. Als Inspizientin ist Marlu Fella tätig. Die Technik und Beleuchtung besorgte Dieter Haertel. Für die prächtigen Masken und Frisuren zeichnet Franz Göbel verantwortlich. Aus dem Untergrund souffliert unbemerkt Anita Endres. Herbert Klühspies hat die Organisation und Werbung übernommen.Das Theaterstück wird bei freiem Eintritt wiederholt am Freitag, 21., Sonntag, 23., Dienstag, 25.und Donnerstag, 27. 11.1980 jeweils um 19.30 Uhr; sonntags um 15 Uhr. Saalöffnung eine Stunde vor Beginn.