1969 So begann es

in einer Zeit, da das Laienspiel allenthalben nach dem "Nachkriegsboom", zumindest in unseren (fränkischen) Breiten - schon wieder abgeflaut war, das Volkstheater sich im Norden Bayerns weitestgehend auf den Bildschirm beschränkte - da wurde im Pfarrgemeinderat angeregt, gelegentliche frühere Aktivitäten der damaligen Jugend hinsichtlich dem Theaterspielen wieder aufleben zu lassen.

Gesagt, getan - eine mit viel Idealismus behaftete Spielerschar wurde gefunden und das erste Stück "Das Wunder des heiligen Florian" auf die Bühne gebracht. Einmal, am 25. November 1969 aufgeführt - damit war dem Wunsch und Auftrag Rechnung getragen. Ein voller Saal, ein großer Erfolg machte allerdings den Aktiven erst so richtig Appetit - vom Publikum ganz zu schweigen.

Noch etwas vorsichtig, aber mit Tatkraft wagte man sich im Jahr darauf wieder an das Theaterspielen. Das Interesse und die Begeisterung aus dem Vorjahr veranlassten die Gruppe, nochmal mit dem gleichen Stück aufzutreten. Viele hatten es noch nicht sehen können oder gar noch nichts davon mitbekommen. Natürlich wurden diesmal gleich zwei(!) Termine angesetzt.

Wieder volle Häuser, wieder eine große Resonanz. Damit war klar, die Truppe wollte weitermachen - und tat es auch. Man "spezialisierte" sich gerade in den ersten Jahren auf Stücke a la "Komödienstadl" und wählte durch Film, Funk und Fernsehen bekannte und erfolgreiche Stücke aus.

Apropos Fernsehen! Es kam schon vor, dass im Laufe des Herbstes just das von uns ausgewählte Stück, das sich schon mitten in den Proben befand, im Fernsehen gezeigt wurde. Es tat den Aufführungen der Laienspielgruppe keinen Abbruch. Die Zuschauer kamen in Strömen, getreu dem Motto: "Live is Live!". Selbst das Tegernseher Volkstheater, das mit gleichem Stück gerade um die Zeit der Aufführungen im ehemaligen "Russischen Hof" in Würzburg gastierte, konnte das Publikum nicht abhalten.

Eine große Ehre bedeutete es im Jahr 1972 anlässlich der Eröffnungswoche des "Matthias-Ehrenfried-Hauses" dort auftreten zu können. Doch zuvor wagte die Gruppe gar eine kleine Tournee durch einige fränkische Orte. Ein zwar anstrengendes -- weil jeweils ein Wochenende mit Auf-/Abbau und Aufführung in Anspruch nehmend aber letztlich doch für alle schönes Erlebnis.

Der erste Höhepunkt dann das 10jährige Jubiläum mit der Aufführung des "Verkauften Großvaters" - einem Klassiker unter den Volksstücken. Gehörte das "Bauerntheater" fast schon zum Image der Gruppe, wagte man sich 1987 erstmals mit dem "Meisterboxer" an ein sog. Boulevardstück, was 1989 zum 20jährigen Bestehen in der Aufführung von "Charleys Tante" in der Originalfassung gipfelte.

Vieles gäbe es noch zu berichten. Allein die Proben waren in all den Jahren einerseits hart in der Sache, aber andererseits schön für die Gemeinschaft der Laienspielgruppe. Denn an Gaudi durfte es dabei gelegentlich auch nicht fehlen.