Pressestimme zum Stück Die Ledigensteuer

Quelle: Die kleine Zeitung vom 1984-00-00
Quelle : Die kleine Zeitung Fritsch Wer drei "Körbe" bekommt zahlt keine LedigensteuerWÜRZBURG. (Gufri) Junggesellen aufgepasst! Ab dem 1. Januar geht es euch ans Gesparte. Wer bis dahin keine Frau fürs Leben gefunden hat, der zählt kräftig "Ledigensteuer".So jedenfalls will es der gleichnamige ländliche Schwank in drei Akten von W. Kalkus, der zur Zeit in einer Inszenierung der Laienspielgruppe der Dompfarrei auf der Bühne des Kolpinghauses für Begeisterung unter den zahlreichen Besuchern sorgt.Dreimal noch können Liebhaber des "Komödienstadls" miterleben, wie sich der Großbauer Mathias Breitlinger, sein Freund Alois Hintauf und der Dorfbarbier Peter Füchs), alle miteinander noch Junggesellen, aus der misslichen Lage zu befreien suchen. Wo es Gesetze gibt, da gibt es meist auch Hintertürchen. Und so entdeckt der Alois auch bald zwei "todsichere" Möglichkeiten, wie sie die ungeliebte Steuer umgehen können.Befreit wird, wer von drei "Weibern" einen Korb bekommen hat und dies schriftlich oder mit einem Zeugen belegen kann. Zahlen braucht auch der nicht, der im Kopf nicht ganz normal ist. Können die drei diese Bedingungen erfüllen?Da gibt es schließlich noch die Katharina, Schwester des Breitlinger, eine pedantische "alte Jungfer", eine "wahre "Giftspritzn", der es schon recht wäre, wenn der Alois ihr fescher Ehemann würde. Und ob die Besenreitergodl, ein altes Bettelweib, den Heiratsantrag des Mathias auch ganz gewiss ablehnt, das ist nicht sicher. Wer lässt schon eine so einmalige Chance aus, Bäuerin vom Breitlinger-Hof zu werden?Unter der Regie von Rolf' Düchting hat die Laienspielgruppe der Dompfarrei mit "Die Ledigensteuer" nun. schon zum 15. Mal ein Volksstück in Mundart auf die Bühne gebracht. 1969 begann man unter der Leitung von Peter Buschkühl mit dem Theaterspielen. Hauptziel war es damals wie heute, Freunde für die volkstümliche Komödie zu gewinnen. Erst später, so Buschkühl, sei man auf die Idee gekommen, in der Pause für karitative Zwecke zu sammeln. Auf diese Weise habe die Gruppe schon vielen Bedürftigen spontan und völlig unbürokratisch helfen können, erzählt der Gruppenleiter.Das Ensemble besteht in seinem Kern noch aus denselben Schauspielern wie vor 15 Jahren. Nur ab und zu musste eine Lücke durch neue Gesichter aus dem Bekannten- oder Freundeskreis geschlossen werden. Geändert hat man dagegen den Aufführungsmodus. Früher fuhr die Truppe noch in die mainfränkischen Dörfer. Aus Kostengründen wird heute nur noch in Würzburg gespielt. Was die Fans der Laienspielgruppe freilich nicht daran hindert, mit Bussen von überall her zu pilgern.An der mangelnden Zeit scheitert die Idee, vielleicht noch ein zweites Stück auf die Beine zu stellen. Schon für ein Stück bedarf es drei- bis viermonatiger Probezeit.Wer noch Lust hat, den Schwank zu sehen, bei dem auch ein großer, zotteliger Hund mit Namen Philipp eine gewichtige Rolle spielt, kann dies am Freitag, 30. November, um 19.30 Uhr, am Sonntag, 2. Dezember, um 15 Uhr und am Dienstag, 4. Dezember, um 19.30 Uhr tun.