Pressestimme zum Stück Die adlige Susanne

Quelle: Die kleine Zeitung vom 1983-11-23
Quelle: Die kleine Zeitung vom 23.November 1983 Von Heer Wer heiratet die"Adelige Susanne"? "Der Gsangl Josef hat es zu etwas gebracht! Sein Hof ist mustergültig geführt und sein Holzgeschäft wirft einen ganz schönen Gewinn ab. Seine beiden Kinder Christine und Christian beabsichtigt er "vornehm" zu verheiraten und bei der nächsten Bürgermeisterwahl will er kandidieren. Aber alles geht halt doch nicht, wie er es sich vorstellt. Die Tochter liebt "nur" einen Polizisten und will keineswegs so hoch hinaus. Der Sohn verliebt sich in die Sekretärin seines Vaters und zeigt kein Interesse für den adligen Sommergast, der zur Zeit auf dem Anwesen logiert. Da dem Vater die Kuppelei zwischen seinem Sohn und der adligen Susanne nicht gelingt, entschließt er sich, selbst Susanne zu heiraten, um rotes und blaues Blut zu mischen. Doch da erlebt er einige Überraschungen!"Soweit zum Inhalt des Stückes, das zur Zeit die Laienspielgruppe der Dompfarrei Würzburg im Kolpinghaus zum besten gibt. Doch nicht nur der Gsangl Josef erlebt seine Überraschungen. "Die adelige Susanne" von Elisabeth Wenzlik ist für so manchen Lacher gut. Noch dreimal, am Freitag, den 25. November, um 19.30 Uhr, am Sonntag, den 27., um 15 Uhr und am Dienstag, den 29., um 19.30 Uhr steht die seit 14 Jahren erfolgreiche Gruppe auf der Bühne des Kolpinghauses. Der Eintritt ist übrigens frei. In den "Hut", der durch die Sitzreihen geht, darf man allerdings auch etwas legen. Sein Inhalt ist nach Abzug der Kosten nämlich für einen guten Zweck bestimmt.Als die Laienspieler sich 1969 zum ersten Mal an ein Theaterstück wagten, begnügten sie sich angesichts der Befürchtung, vor einem leeren Haus auftreten zu müssen, mit nur einer Vorstellung. Jetzt, beim 15. Mal setzten sie gleich sieben Termine an völlig ohne Angst, einmal nicht "ausverkauft" zu sein. Denn inzwischen wissen nicht nur die Würzburger das "Gratistheater" zu schätzen.Manchmal treffen ganze Busladungen ein. Nach dem Motto "Wer zuerst kommt, sitzt zuerst" geht dann auch die Platzverteilung vor sich, sobald eine Stunde vor Spielbeginn sich die Saaltüren geöffnet haben. Nicht selten applaudieren rund 350 Besucher beim Happy End.Allerdings müssen die Mitglieder der "Laienspielgruppe einiges auf die Beine stellen, bis sie ins Lampenlicht treten können. Kulissen, Kostüme, Masken, Beleuchtung, Regie - sie sind für es selbst verantwortlich.Die Arbeit beginnt schon bei der Auswahl des Stückes. Jeden Sommer kämpfen sich einige Mitglieder durch rund zwölf von einem Münchner Verlag als "gut" gepriesenen Stücke, erzählt Regisseur Rolf Düchting. Sobald die Entscheidung für eines von ihnen gefallen ist, findet meist Mitte September die erste Leseprobe und damit die Rollenverteilung statt. Von da an proben die Schauspieler zwei bis dreimal in der Woche mindestens drei Stunden. Nebenbei entsteht das Bühnenbild, die Kostüme werden entworfen, echte alte Trachten aufgespürt und ausgeliehen. Zwar vergrößerte sich der Kulissenfundus in den vergangenen Jahren stetig - aber immer noch mußss manches gepinselt, ausgebessert oder neu angeschafft werden. Hier helfen alle mit.Schließlich besteht die Truppe auch nicht ausschließlich aus Schauspielern. Anita Endres flüsterte als Souffleuse zum Beispiel schon oft das rettende Wort. Beleuchtungsfachmann Dieter Haertel taucht Bühne und Spieler ins rechte Licht, Friseuse Brigitte Hörber löst die haarigen Probleme und Franz Göbel rührt aus den Schminktöpfen scheinwerfergerechte Gesichter, . Für lampenfieberfreie Auftritte tragen die Inspizienten Rosmarie Mayer-Illig und Volker Schmitt Sorge und Peter Buschkühl sorgt als Leiter der Gruppe dafür, dass alles reibungslos abläuft.Darüber hinaus stehen Peter Buschkühl und Dieter Haertel auch als Amadeus Haslbacher und Hiasl auf der Bühne. Mit ihnen Wolfgang Endres (Gsangl Josef), Norbert Steinert (Christian), Michaela Janocha (Christine), Gaby Michelfeit (Haushälterin) Barbara Dell (Sekretärin), Johannes Illig (Dorfpolizist Brunner), Dieter Haertel und Maria Düchting als adelige Susanne. Rolf Düchting, in seiner Eigenschaft als Regisseur sorgt schließlich dafür, dass alle ihre Talente voll ausspielen.Geschlossenheit zeichnete die Laienspielgruppe der Dompfarrei von Anfang an aus. Die meisten Mitglieder sind seit dem ersten Auftritt mit von der Partie. Ein Umstand, der Rolf Düchting einerseits recht behagt, der ihn andererseits aber auch mit Unbehagen zu erfüllen scheint. "Schließlich kann man nicht sein ganzes Leben lang den jugendlichen Liebhaber spielen", meint er und wünscht sich doch etwas junges Blut für seine Truppe. s. f./Fotos; Heer